Beratungen und Therapie für Männer mit pädophilen Neigungen

In über 1'400 Fällen wurden 2011 Kinder in der Schweiz Opfer von sexuellen Handlungen. Die polizeiliche Bundeskriminalstatistik sagt indessen nichts zur Dunkelziffer aus, die weit höher liegen dürfte. So gaben beispielsweise fast 15 Prozent von 6'700 befragten 15- bis 17-Jährigen in der Schweiz an, schon einmal gegen ihren Willen zu Sexualverkehr gezwungen oder an intimen Stellen berührt worden zu sein (Optimus Studie 2012). Nur drei bis fünf Prozent meldeten den Missbrauch oder suchten professionelle Hilfe. Darüber hinaus schätzen Fachleute laut Studie, dass zwischen 20 und 30 Prozent aller Kinder und Jugendlichen einmal im Leben Opfer sexueller Ausbeutung wurden.

Ebenso wird bei der Kinderpornografie eine hohe Dunkelziffer vermutet. Mit 1'085 Verdachtsfällen weist die Schweizer Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität für 2011 zwar einen leichten Rückgang aus. Innerhalb der harten Pornografie lag die Kinderpornografie mit einem Anteil von 90 Prozent der gemeldete Verdachtsfällen jedoch weiter an der Spitze. Die Fachleute vermuten denn auch keinen effektiven Rückgang, sondern die Verlagerung einschlägiger Inhalte in geschlossene oder schwer zugängliche Plattformen.

Prävention

Bis zu ein Prozent aller Männer zwischen 18 und 75 Jahren hat nach wissenschaftlichen Untersuchungen auf Kinder gerichtete sexuelle Fantasien (Quelle: kein-taeter-werden.de), das würde bedeuten rund 20'000 Männer in der Schweiz. Vielen gelingt es nicht, ihre Neigungen dauerhaft zu kontrollieren. Sie begehen sexuelle Übergriffe auf Kinder oder nutzen Missbrauchsabbildungen im Internet, sogenannte Kinderpornografie. Anderen gelingt es bisher, die auf Kinder gerichteten sexuellen Impulse zu unterdrücken, befürchten jedoch, die Kontrolle zu verlieren und ein Delikt zu begehen.

Ein Teil der Betroffenen verfügt über ein Problembewusstsein und ist offen für professionelle Hilfe. Allerdings fehlten bis vor einiger Zeit spezifische Therapieangebote in der Schweiz. Das forio bietet seit 2009 ein entsprechendes Beratungs- und Therapieangebot im Einzel- und Gruppensetting an.

Ziel dieser Angebote ist einerseits die Kontrolle der sexuellen Impulse und damit der Schutz von Kindern vor sexuellen Übergriffen. Andererseits sollen Männer mit pädophilen Neigungen, die keine Übergriffe begehen wollen, in ihrem präventiven Engagement gestärkt werden. Die Angebote nehmen unter anderem Bezug auf die seit Jahren erfolgreichen Programme des Instituts für Sexualmedizin der Charité in Berlin. Durchgeführt werden die Gruppentherapien mit bis zu 6 Teilnehmern in diskretem Rahmen an einem anonymen Ort. Sie werden von zwei Psychotherapeuten geleitet, einer Frau und einem Mann.

Indikationen

Einbezogen in das Therapieprogramm werden sowohl Personen, die bisher keine Übergriffe begangen haben, aber befürchten, sexuelle Übergriffe auf Kinder begehen zu können, als auch Männer, die bereits sexuelle Übergriffe auf Kinder begangen oder Kinderpornografie konsumiert haben. Teilnahmeinteressierte müssen bezüglich ihrer auf Kinder gerichteten sexuellen Impulse über ein Problembewusstsein verfügen und therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Interessenten, die diese Einschlusskriterien erfüllen, werden nach einer eingehenden Diagnostik in das Therapieprogramm aufgenommen.

Kosten

Die Gruppenpsychotherapien werden mit einem festgesetzten Betrag pro Sitzung transparent und nachvollziehbar in Rechnung gestellt. Zusätzliche Leistungen (Standortgespräche, Kriseninterventionen, Zwischen- und Abschlussberichte, Reisekosten) werden separat verrechnet, verpasste Sitzungen werden ebenfalls verrechnet. Gerne informiert forio Sie unverbindlich und kostenlos zu den Inhalten der Therapie.

keinmissbrauch@forio.ch
www.keinmissbrauch.ch

Kontakt

lic.phil. I Monika Egli-Alge Geschäftsführerin
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